Hören Sie sich das dumpfe Schnurren einer Wolfsspinne an

Die richtige Art von „Schnurren“ lässt ein Wolfsspinnenweibchen schwach in den Gelenken werden.

Biologen wissen schon seit einiger Zeit, dass Wolfsspinnen (Gladicosa gulosa) Töne erzeugen können, die Menschen hören können, erklärt Laura Geggel für Live Science. Allerdings haben Wolfsspinnen selbst keine Ohren – zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Stattdessen sind die Geräusche Teil eines ausgeklügelten Kommunikationssystems, mit dem die männlichen Spinnen um die Weibchen werben.

Die männlichen Spinnen erzeugen tatsächlich Vibrationen, die auf umliegende getrocknete Blätter treffen und diese in Schwingung versetzen. Die vibrierenden Blätter erzeugen ein leises „Schnurren“, das für den Menschen hörbar ist, und dieses Geräusch überträgt sich. Wenn es auf Blätter in der Nähe einer weiblichen Spinne trifft und diese zum Vibrieren bringt, kann sie die Vibrationen wahrnehmen.

Damit dies funktioniert, müssen sich männliche und weibliche Spinnen auf einer guten Oberfläche befinden, die vibrieren kann. Vor allem totes Laub ist ideal. Blätter dienen als eine Art Telefonleitung oder Radiowelle, über die die Spinnen die Weibchen rufen, und sie sind für das Kommunikationssystem der Weltspinnen unverzichtbar, wie Forscher am 20. Mai auf der Jahrestagung der Acoustic Society of America in Pittsburgh berichteten.

Anstatt ein Organ zu benutzen, um einen Ton zu erzeugen, wie Grillen oder Katydiden, vibrieren die Spinnen unbelebte Objekte in ihrer Umgebung. „Sie balzen auf toten Blättern, und das Blatt selbst ist es, das den Luftschall erzeugt“, erklärt Alexander Sweger, Biologiestudent an der Universität von Cincinnati, gegenüber Live Science. Es ist eine etwas umständliche Art zu flirten, aber sie könnte den Forschern helfen, herauszufinden, warum manche Organismen durch Geräusche kommunizieren, während andere Vibrationen verwenden.

Andere Wolfsspinnen sind dafür bekannt, dass sie Vibrationen erzeugen, um zu kommunizieren, aber diese Vibrationen sind nicht mit hörbaren Geräuschen verbunden. Schnurrende Wolfsspinnen erzeugen beides. Das machte sie zu einer interessanten Gruppe, die Sweger und sein Berater George Uetz untersuchten.

Die Spinnen haben spezialisierte armähnliche Anhängsel, die Pedipalpen genannt werden, einen auf jeder Seite des Mundes. Das eine hat eine raue Spitze, während das andere zum Schaben geformt ist. Sie reiben die beiden Gliedmaßen aneinander, um Vibrationen zu erzeugen, die auf nahe gelegene Blätter treffen.

Für das menschliche Ohr klingt das Geräusch des vibrierenden Blattes wie ein leises Schnurren, leiser als eine Grille:

Das Geräusch des vibrierenden Blattes überträgt sich auf andere Blätter, auf denen die Weibchen stehen. Wenn die Schallwellen auf diese Blätter treffen, vibrieren sie, und das Weibchen nimmt die Vibrationen auf.

Im Labor zeichneten Sweger und Uetz männliche Spinnen auf, die die Vibrationen und Geräusche auf verschiedenen Oberflächen erzeugten: Papier, das vibrieren kann, und Granit, der nicht vibrieren kann. Mit einem speziellen Gerät konnten sie die Vibrationen auch in hörbare Töne umwandeln, so dass sich die direkten Vibrationen für uns anhören würden, wenn wir sie hören könnten:

Sie fanden heraus, dass die Oberfläche der Schlüssel für das „Schnurren“ der Männchen ist. Die Männchen konnten die Vibrationen nur erzeugen, wenn sie auf Papier standen, und die Weibchen konnten das Signal nur empfangen, wenn sie auf Papier standen. Wenn die Forscher nur den Vibrationston abspielten, reagierten nur die Weibchen. Das deutet darauf hin, dass es sich um einen Kommunikationsstil handeln könnte, der den Weibchen vorbehalten ist, aber das wissen sie noch nicht.

Die Studie lässt einige wichtige Fragen unbeantwortet. Ob die Spinnenweibchen mit dieser Methode auch andere Geräusche, wie bedrohliche Vogelstimmen, hören können, bleibt ebenfalls unklar. Da dieses Blatttelefonsystem ein wenig von der typischen Spinnenkommunikation abweicht, könnte eine weitere Untersuchung der Art Aufschluss über die Evolution der Kommunikation durch Töne und Vibrationen geben.

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