Frontiers in Psychology

Wir sollten auf einige Einschränkungen der aktuellen Arbeit hinweisen, die wiederum mögliche Wege für zukünftige Forschung aufzeigen. Erstens: Obwohl frühere Forschungen darauf hindeuten, dass die mit Macht verbundenen Konzepte und Verhaltenstendenzen immer dann aktiviert werden können, wenn der Besitz von Macht – bewusst oder unbewusst – eine Rolle spielt (Galinsky et al., 2003), könnten das Fehlen von Hinweisen auf Machtsituationen, die sich aus der Aufgabe zum Abrufen von Macht ergaben, und die begrenzten Machterfahrungen von College-Studenten die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse einschränken. Daher würde eine Studie, die tatsächliche Vorgesetzte und Untergebene einbezieht, eine größere ökologische Validität ermöglichen. Zweitens: Obwohl unsere Ergebnisse die Untersuchung der sexuellen Objektivierung auf östliche kulturelle Praktiken ausweiten und Auswirkungen von Macht auf die sexuelle Objektivierung in der chinesischen Kultur feststellen, können wir die Frage nach kulturübergreifenden Auswirkungen nicht beantworten. Zukünftige Forschungen könnten kulturelle Unterschiede in den Auswirkungen von Macht auf die Objektivierung in verschiedenen kulturellen Populationen untersuchen und kulturelle Variablen berücksichtigen. Drittens haben wir im Verhaltensexperiment das Paradigma der Körperumkehr und im EEG-Experiment die Aufgabe „alt-neu“ verwendet. Es kann zu Beeinträchtigungen kommen, da ersteres auf die unmittelbare Gedächtnisverarbeitung und letzteres auf die frühe visuelle Verarbeitung (140-200 ms; Bernard et al., 2018c) ausgerichtet ist. Zukünftige Forschung würde von einer Vereinheitlichung der verwendeten Paradigmen profitieren, obwohl es Belege für eine kognitive Objektivierung der frühen visuellen Verarbeitung (Bernard et al., 2017, 2018a), der Aufmerksamkeitsverarbeitung (Nummenmaa et al., 2012; Gervais et al., 2013; Bernard et al., 2017), der unmittelbaren Gedächtnisverarbeitung (z. B. Bernard et al., 2015; Civile und Obhi, 2016) und der Langzeitgedächtnisverarbeitung (Gervais et al., 2012) gibt. Darüber hinaus stellt die unterschiedliche Asymmetrie zwischen aufrecht und invertiert dargestellten Bildern eine grundlegende Einschränkung in Studie 1 dar. Obwohl Bernard et al. (2018c) feststellten, dass die Haltungssuggestion im Erkennungsparadigma stärker für die kognitive Objektivierung verantwortlich war, bedeutet dies nicht notwendigerweise, dass sie in unserer Studie 1 denselben Effekt hat. Kognitive Objektivierung sollte unabhängig von der Art der Aufgabe, die zu ihrer Messung verwendet wird, vorhanden sein, aber die vermittelnden oder moderierenden Variablen spielen eine Rolle. Zukünftige Studien müssen das Vorhandensein dieser Wahrnehmungsstörungen, wie Asymmetrien, Komplexität, Farben usw., berücksichtigen und kontrollieren (Cogoni et al., 2018). Schließlich wird berichtet, dass asiatische Frauen in den Massenmedien (z. B. in der Werbung) in der Regel in ihren traditionellen Geschlechterrollen in der Familie, wie Hausfrauen und Mütter, dargestellt werden (Frith et al., 2005), während asiatische Männer als Ernährer mit geistigen und zivilen Fähigkeiten dargestellt werden (Yang et al., 2005). Künftige Untersuchungen zur sexuellen Objektivierung werden daher von der Berücksichtigung der spezifischen Darstellung sexualisierter Männer und Frauen profitieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die vorliegende Arbeit in zwei Studien sowohl verhaltensbezogene als auch neuronale Belege für die Auswirkungen sozialer Macht auf die sexuelle Objektivierung in einem chinesischen kulturellen Kontext liefert. Diese Ergebnisse könnten zur Erweiterung der Objektivierungstheorie beitragen und ein neues Licht auf die Erforschung der Mechanismen der Auswirkungen von Macht auf die sexuelle Objektivierung werfen.

Ethikerklärung

Diese Studie wurde von der Ethikkommission der Southwest University of China genehmigt. Die Experimente wurden in Übereinstimmung mit der Deklaration von Helsinki durchgeführt. Alle Teilnehmer gaben nach einer ausführlichen Erläuterung der Experimente ihre schriftliche Einwilligung. Auch nach den Experimenten wurden sie für ihre Teilnahme bezahlt.

Beiträge der Autoren

LX konzipierte, gestaltete und führte die Studie durch, analysierte die Daten und schrieb das Manuskript. BL, FW und LZ haben bei der Ausbesserung des Manuskripts sehr geholfen. Alle Autoren waren am Forschungsprozess beteiligt, diskutierten die Ergebnisse und kommentierten das Manuskript.

Erklärung zu Interessenkonflikten

Die Autoren erklären, dass die Forschung in Abwesenheit jeglicher kommerzieller oder finanzieller Beziehungen durchgeführt wurde, die als potenzieller Interessenkonflikt ausgelegt werden könnten.

Der Gutachter GB und der bearbeitende Redakteur erklärten ihre gemeinsame Zugehörigkeit zum Zeitpunkt der Überprüfung.

Jacques, C., and Rossion, B. (2007). Frühe elektrophysiologische Reaktionen auf verschiedene Gesichtsausrichtungen korrelieren mit der individuellen Unterscheidungsleistung beim Menschen. Neuroimage 36, 863-876. doi: 10.1016/j.neuroimage.2007.04.016

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Rossion, B., and Jacques, C. (2008). Ist die physikalische Interstimulusvarianz für frühe elektrophysiologische gesichtssensitive Reaktionen im menschlichen Gehirn verantwortlich? Zehn Lektionen über den N170. Neuroimage 39, 1959-1979. doi: 10.1016/j.neuroimage.2007.10.011

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