Der Zusammenhang zwischen Kopfhaarrichtung, Händigkeit und hemisphärischer Sprachdominanz: Gibt es eine gemeinsame genetische Grundlage für die Lateralisierung?

Die Hemisphären des menschlichen Gehirns sind funktionell asymmetrisch. Die linke Hemisphäre ist tendenziell dominant bei der Sprache und überlegen bei der Kontrolle der manuellen Geschicklichkeit. Die Mechanismen, die diesen Asymmetrien zugrunde liegen, sind nicht bekannt. Es werden sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren diskutiert.

Kürzlich wurde eine atypische, gegen den Uhrzeigersinn gerichtete Haarwirbelrichtung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Nicht-Rechtshändigkeit und atypische hemisphärische Sprachdominanz in Verbindung gebracht. Diese Ergebnisse sind faszinierend und wichtig, da die Haarspiralrichtung ein struktureller Marker für die Lateralisierung ist und einen leicht zu beobachtenden anatomischen Hinweis auf die funktionelle Lateralisierung des Gehirns liefern könnte.

Auf der Grundlage von Daten über Händigkeit und Haarspiralrichtung schlug Amar Klar ein genetisches Modell („random-rezessives Modell“) vor, bei dem ein einziges Gen mit zwei Allelen sowohl die Händigkeit als auch die Haarspiralrichtung kontrolliert (Klar, A.J.S., 2003. Menschliche Händigkeit und Kopfhaut-Haarschopfrichtung entwickeln sich durch einen gemeinsamen genetischen Mechanismus. Genetics 165, 269-276). In der vorliegenden Studie sollte die Beziehung zwischen der Kopfhaar-Wedel-Richtung und der Händigkeit sowie der hemisphärischen Sprachdominanz weiter untersucht werden. 1212 Probanden wurden auf die Kopfhaarwurzelrichtung und die Händigkeit untersucht. Zusätzlich wurde bei einer Untergruppe von 212 Probanden die hemisphärische Sprachdominanz (bewertet durch eine Wortbildungsaufgabe) mittels funktioneller transkranieller Dopplersonographie (fTCD) bestimmt. Für die einzelnen Merkmale – Haarwurzelrichtung, Händigkeit und Sprachdominanz – reproduzierten wir bereits veröffentlichte Ergebnisse. Wir fanden jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Haarwurzelrichtung und der Sprachdominanz oder Händigkeit. Diese Ergebnisse sprechen stark gegen eine gemeinsame genetische Basis von Händigkeit oder Sprachlateralisation mit der Haar-Wedel-Richtung der Kopfhaut. Die Inspektion von Haarmustern wird uns nicht helfen, die Sprachdominanz zu bestimmen.

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