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„Code 99, ICU, Code 99, ICU“ Die Worte, die ein Arzt nie hören möchte. Die Worte, die nur eines bedeuten. Die Worte, die für so viele Menschen verheerend sind. Die Worte, die ich in meiner zweiten Nacht in der Schicht mit Dr. Goldner nicht hören wollte. Das Wort „Code“ wird in so vielen verschiedenen Situationen in einem Krankenhaus verwendet, aber es bedeutet immer nur eines: Tod, kein Herzschlag. Manchmal bezieht sich „Code“ auf ein paar andere Dinge, aber meistens, wenn das Wort „Code“ über die Sprechanlage kommt, verkrampft sich das Krankenhaus und bereitet sich darauf vor, zum Ort des Codes zu eilen.

Um Mitternacht herum kam Zondervan (Namen aus Identitätsgründen geändert) mit Atemnot und Übelkeit herein. Dr. Goldner begann mit der Untersuchung, wie er es gewöhnlich tut, und dachte, es handele sich um eine Routineuntersuchung. Im Laufe der Zeit wurde Zondervans Atmung immer mühsamer, immer schwieriger. Zondervan litt außerdem an pulmonaler Hypertonie. Dr. Goldner sprach mit dem Ehepartner und schlug vor, Zondervan zu intubieren, damit sich sein Atmungssystem erholen konnte. Nach der Intubation verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Zondervan stetig. Der Puls war kaum noch zu fühlen, und schließlich wurde ein zentraler Zugang in die Oberschenkelarterie gelegt. Danach wurde Zondervan zum CT und dann auf die Intensivstation gefahren.

Die Nacht verlief wie zuvor, sehr geschäftig, ein Patient nach dem anderen kam wegen diesem und jenem. Wir hatten ein modifiziertes Trauma. Ein Mann war alkoholisiert, fuhr um ein oder zwei Uhr morgens mit seinem Geländewagen und hatte einen Unfall. Er hat sich den Arm und das Gesicht gebrochen. Die ganze Nacht hindurch schienen alle 11 Betten der Notaufnahme belegt zu sein.

Vorhin, bevor Zondervan kam, sprach ich mit Dr. Goldner über Codes. Ich fragte ihn, wie oft sie vorkommen und wie oft sie innerhalb des Krankenhauses vorkommen. Er sagte, sie kämen nicht sehr oft vor, was sich als verhängnisvolle Worte herausstellte. In der Hektik des Alltags, gegen 4 Uhr morgens, als ich auf einem Stuhl saß und mein Buch über Zell- und Molekularbiologie las, kamen diese schrecklichen Worte über die Sprechanlage: „Code 99, Intensivstation, Code 99, Intensivstation“. Meine Augen wurden groß und ich saß da, nicht sicher, ob ich gehen sollte oder nicht. Dr. Goldner rief mich zu sich, und wir eilten zur Intensivstation. Als wir dort ankamen, sahen wir das, was wir nicht sehen wollten, aber so erwartet hatten. Da war Zondervan, der Zusammenbruch direkt vor unseren Augen. Es waren etwa 15 Personen im Raum, einige führten Wiederbelebungsmaßnahmen durch, andere schauten nur zu, während ihr Ehepartner ungläubig zusah. Nach drei oder vier Minuten hatte sie wieder einen Puls, wenn auch einen schwachen. Zondervan hatte den Code überlebt, aber man rechnete nicht damit, dass sie es bis zum Morgen schaffen würde. Es stellte sich heraus, dass sie eine beidseitige Lungenembolie hatte.

Diese Nacht wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich werde nie das blaue Gesicht des Todes vergessen. Es war meine erste Erfahrung mit dem Tod, und es wird nicht meine letzte sein, da bin ich mir sicher. Es ist so unwirklich. Die Tatsache, dass ich die Person lebendig und munter sah, und dann war sie tot, einfach so, innerhalb von vier Stunden. Das bringt einen wirklich zum Nachdenken über die Menschen, die man trifft. Wie viele von ihnen sterben, nachdem man sie getroffen hat?

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