Chromophobie

In seinem im Jahr 2000 veröffentlichten Buch Chromophobia erklärt David Batchelor, dass Farbe in der westlichen Kultur oft als verderblich, fremd oder oberflächlich angesehen wird. Michael Taussig stellt fest, dass sich die kulturelle Abneigung gegen Farben tausend Jahre zurückverfolgen lässt, und Batchelor erklärt, dass sie auf Aristoteles‘ Privilegierung der Linie gegenüber der Farbe zurückgeht.

In einer Studie wurde festgestellt, dass die geschlüpften Unechten Karettschildkröten eine Abneigung gegen Lichter im gelben Wellenspektrum haben, was vermutlich ein Merkmal ist, das ihnen hilft, sich im Meer zu orientieren. Der Mittelmeer-Sandregenpfeifer Atherina hepsetus hat eine Abneigung gegen rote Objekte in der Nähe eines Beckens gezeigt, während er Objekte in anderen Farben untersucht. In anderen Experimenten wurden Gänse darauf konditioniert, auf Lebensmittel einer bestimmten Farbe zu reagieren, obwohl diese Reaktion nicht bei gefärbtem Wasser beobachtet wurde.

Die Titelfigur in Alfred Hitchcocks Marnie hat eine Abneigung gegen die Farbe Rot, die durch ein Trauma in ihrer Kindheit verursacht wurde, das Hitchcock durch expressionistische Techniken darstellt, z. B. durch einen Rotstich in einer Nahaufnahme von Marnie.

Der Begriff Kolorphobie kann auch in Anlehnung an seinen wörtlichen etymologischen Ursprung verwendet werden, um eine Abneigung gegen die Verarbeitung von Bildern auf das eigene Sehen und deren visuelle Wahrnehmungseigenschaften zu bezeichnen. Die Assoziation des Begriffs mit einer rassischen Komponente wurde jedoch von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Frederick Douglass verwendet.

Leukophobie äußert sich häufig in einer Fixierung auf blasse Haut. Die Betroffenen können unplausible Annahmen treffen, z. B. dass Blässe zwangsläufig für Krankheit oder einen Geist steht. In anderen Fällen richtet sich die Leukophobie eher auf die symbolische Bedeutung des Weißseins, beispielsweise bei Personen, die die Farbe Weiß mit Keuschheit assoziieren und Keuschheit ablehnen oder fürchten. In Paul Beattys Roman Slumberland bezieht sich die Leukophobie auf den Rassismus.

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